„Neue Arbeit“ statt Ausgrenzung

Die Krise der Arbeitsgesellschaft und die eskalierende Ausgrenzung von Menschen erfordern neue Wege. Wo die staatliche Politik versagt, braucht es Förderung von Selbstinitiative und Unabhängigkeit.

Seit über dreißig Jahren setzt sich der Verein MACH MIT für ausgegrenzte Menschen ein. Gemeinsam mit anderen Initiativen, hier besonders mit der Sozialistischen Selbsthilfe Mülheim (SSM), hat MACH MIT neue Formen des Zusammenlebens und des Wirtschaftens gefördert und entwickelt, wo es für jeden etwas Nützliches und Sinnvolles zu tun gibt, und wo jeder seinen Beitrag zum Bestand des Ganzen leisten kann. Bei solch einer »Neuen Arbeit« ist Geldverdienen, nämlich nur noch ein Aspekt. Ein großer Teil des Lebensunterhalts wird vielmehr durch Selbstversorgung aufgebracht. Beispielsweise werden Wohnungen selbst gebaut, Möbel und Kleidung gesammelt und wiederverwendet. Arbeit bedeutet hier darüber hinaus Engagement für Bedürftige und Benachteiligte im Viertel, bedeutet Entwicklung neuer Projekte.

Intelligente Selbsthilfe

MACH MIT hilft den Projekten beim Aufbringen von Investitionen für Baumassnahmen, Baumaterial und Maschinen. Die Entehung neuer Initiativen werden gefördert durch Zuschüsse zu Öffentlichkeitsarbeit, für Publikationen und Seminare.

So werden und wurden gefördert

- die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim e.V.
Integrationsprojekt gemeinsamen Wohnens und Wirtschaftens durch Wohnungsauflösungen, Transporte, Secondhandladen und Raumvergabe in der ehemaligen Fabrik in der Düsseldorfer Strasse 74.

- Institut für Neue Arbeit e.V.
Modernisierung von zwei Fabriketagen bei der SSM für Seminare und Veranstaltungen zu „Neuer Arbeit“ und sonstige Raumnutzung samt Gästeetage.

- Wohnen gegen den Strom e.V.
Wohnprojekt in der Holweider Str. 128, wo mittellose Menschen ein Abbruchhaus renoviert haben und es nun in Erbpacht besitzen.

- Kulturbunker Mülheim e.V.
Kulturzentrum für den Stadtteil in der Berliner Strasse 20

- Initiative Bauen, Wohnen, Arbeiten e.V.
Wohn- und Arbeitsprojekt, wo sich in Ossendorf ehemals Obdachlose in der ehemaligen Kaserne Klerken Wohnungen bauen.

- Projekt Industriebrache Alter Güterbahnhof
Planentwicklung der 10 ha großen Brache und Gründung der Mülheimer Stadtteilgenossenschaft WiWAt, die neuen selbstverwalteten Wohn- und Arbeitsprojekten ein Dach bietet.

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